Irische Archäologen haben in Armenien einen 5.500 Jahre alten Ledermokassin ausgegraben, der als ältester Schuh der Welt angesehen wird. Der Schuh wurde aus einem einzigen Stück Schweins- oder Rindsleder genäht, welches der Form des menschlichen Fußes angepasst wurde, sogar die Schnürsenkel sind noch gut erhalten.
Entdeckt wurde der gut erhaltene Schuh bereits 2008 unter einer Schicht Schafdung in einer Höhle. Weil es in der Höhle kühl und trocken war, ist er perfekt erhalten. Deshalb dachten Forscher zunächst, der Schuh sei nur ein paar hundert Jahre alt. Doch die Tests belegten jetzt die Sensation: Der Ledermokassin stammt etwa aus dem Jahr 3.500 vor Christus und ist somit rund 1.000 Jahre älter als die Große Pyramide von Gizeh in Ägypten.
Der Schuh, der einem auch heute noch gängigen Mokassin ähnelt, entspricht einer Größe 37 und ist 24,5 Zentimeter lang. Unklar ist allerdings, ob der Fund einem männlichen oder weiblichen Menschen zugeordnet werden kann. Weil Männer damals im Vergleich zu heute deutlich kleiner waren, könnte der älteste Lederschuh auch einem Mann gehört haben. In ihm befand sich auch noch Gras, die Wissenschaftler waren aber nicht sicher, ob es den Fuß warm oder den Schuh in Form halten sollte.
Als älteste Fußbekleidung der Welt überhaupt gelten bereits etwa 7.500 Jahre alte Sandalen aus Pflanzenmaterialien, die vor mehreren Jahrzehnten im US-Bundesstaat Missouri entdeckt worden waren. Aufregend ist der armenische Fund für die Wissenschaftler dennoch, weil ähnliche Schuhe noch bis in die 1950er Jahre auf den westirischen Aran-Inseln getragen wurden. Die Herstellungsart und der Stil zeigten, dass solche Schuhe über Jahrtausende in den unterschiedlichsten Regionen getragen worden seien. Der Fundort in Armenien, die Höhle »Areni-1«, wird nun weiter untersucht.




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Di, Jun 15, 2010
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